Vielen Dank für Ihre Unterstützung 

Was Sie über die Pflege von verletzten oder verwaisten Wildvögeln wissen sollten... 

Jedes Jahr gelangen Tausende von freilebenden Wildtieren in Menschenhand. Viele von ihnen sind verletzt. Auch zahlreiche Jungtiere werden aus der freien Wildbahn aufgegriffen. Aber ist es überhaupt sinnvoll, freilebende Wildtiere aus der Natur zu entnehmen? Wildtiere sind schließlich herrenlos und haben ihre eigenen Lebenskreisläufe. Darf man hier eingreifen?

Es gehört zum natürlichen Kreislauf der Wildtiere dazu, dass nicht jedes Individuum überlebt. Kranke und schwache Tiere dienen anderen Lebewesen wieder als Nahrung. Diese natürlichen Lebenskreisläufe sollte man respektieren.

Allerdings ist ein Großteil der verletzten Wildvögel, die heutzutage aufgegriffen werden,  durch menschliche Einflüsse zu Schaden gekommen (z.B. durch Straßenverkehr, Windkraftanlagen, Stacheldraht oder Gifte).  Solche Tiere draußen qualvoll verenden zu lassen, ist ethisch nicht vertretbar. In professionellen Wildtierpflegestationen kann ihnen geholfen werden.

Jedoch darf man Wildtiere nur unter ganz speziellen Voraussetzungen aus der Natur entnehmen, da diese durch Gesetze unter besonderem Schutz stehen. Jagdbares Wild (dazu zählen z.B. auch Greifvögel) darf nur mit Zustimmung des Jägers aus der Natur entnommen werden, sonst begeht man Wilderei. Manche Vogelarten, darunter z.B. der Schwarzstorch, sind zudem noch streng geschützt.

Um beurteilen zu können, ob ein Wildtier hilfebedürftig ist oder nicht, braucht man in jedem Fall gute biologische und auch örtliche Kenntnisse. Wenn Sie diese Kenntnisse nicht besitzen, lassen Sie das vermeintlich hilfebedürftige Tier erst einmal an Ort und Stelle sitzen. Prägen Sie sich den Ort genau ein (Foto, GPS) und ziehen Sie einen Fachmann hinzu (z.B. Jäger, Ornithologen, NABU, Eulen- oder Seeadlerschutz). Oft erteilen auch anerkannte Pflegestationen telefonisch einen Rat.


Ist der Wildvogel tatsächlich verletzt oder verwaist und damit hilfebedürftig, benötigt man ebenfalls ganz spezielle Kenntnisse und Unterbringungsmöglichkeiten, um ihm richtig zu helfen.

Laien sollten auf keinen Fall versuchen die Tiere selber zu versorgen. Bitte bringen Sie die Wildvögel in anerkannte und gut ausgerüstete Pflegestationen.


Wildvogelpflege ist ein Ehrenamt in Eekholt

Die Pflegestation des Wildparks Eekholt wird auf gemeinnütziger Basis, rein ehrenamtlich betrieben. Es erfordert großes Engagement der Tierpfleger und Tierärzte, die oft ihre Freizeit dafür opfern, den Tieren zu helfen. 

Die Vogelpflegestation im Wildpark Eekholt

existiert seit vielen Jahren. Wir sind ein kompetenter Ansprechpartner in Fragen der Wildvogelrehabilitation.

Unsere Adresse: 

Vogelpflegestation im Wildpark Eekholt

Eekholt 1

24623 Großenaspe

Bitte rufen Sie uns an, bevor Sie uns einen Wildvogel bringen. Sie erreichen uns täglich zwischen 8 und 16 Uhr unter 04327/9923-0.


Ermöglicht wird die Arbeit durch die großzügige finanzielle Unterstützung des Förderungsvereins Wildpark Eekholt e.V., der Heinz Sielmann Stiftung und durch Ihre Spenden per PayPal an patenschaften@wildpark-eekholt.de.

 




Interessantes über die Arbeit der Vogelpflegestation im Wildpark Eekholt 

Die Vogelpflegestation wurde 1971 von Dr.  h.c. Hans-Heinrich Hatlapa und seiner Frau Theda Hatlapa gegründet.

Seitdem wurden Tausende von Wildvögeln in der Pflegestation betreut. In der Station hat man sich vor allem auf die Pflege von Greifvögeln und Eulen, Stelzenvögeln (z.B. Störche, Kraniche, Reiher) und Watvögel spezialisiert. Aber auch andere Vogelarten werden hier wildtierärztlich versorgt und von Zootierpflegern gepflegt. 

Jedes Jahr werden in der Vogelpflegestation des Wildparks Eekholt zwischen 150 und 250 Wildvögel versorgt. Unter den Pfleglingen sind auch sehr seltene Vögel, wie zum Beispiel Schwarzstorch, Seeadler und Eisvogel.

Die Vogelpflegestation des Wildparks Eekholt ist die zentrale Auffangstation für verletzte freilebende Seeadler des Landes Schleswig-Holstein. In enger Zusammenarbeit mit der Projektgruppe Seeadlerschutz und dem Freien Institut für Wildtierschutz existiert ein einmaliges und gut funktionierendes Rettungsnetzwerk um in Not geratenen Adlern zu helfen.

Was geschieht in der Pflegestation des Wildparks Eekholt?

Verletzte Wildvögel werden hier medizinisch versorgt, artgerecht gepflegt und untergebracht, bis ihre Verletzungen oder Krankheiten ausgeheilt sind. Danach werden sie wieder freigelassen.

Jungvögel, die in Not geraten sind, werden fachgerecht großgezogen, auf eine Leben in freier Wildbahn vorbereitet und danach wieder freigelassen.

Wildvögel, die so schwer verletzt sind, dass sie nicht wieder gesund werden können, werden schnell und schmerzlos von ihren Leiden erlöst.

Warum ist Wildvogelpflege sinnvoll?

Die meisten verletzten Wildvögel, die in die Pflegestation geraten, sind durch menschliche Handlungen zu Schaden gekommen. Ohne Hilfe würden sie draußen qualvoll verenden. In der Vogelpflegestation Eekholt können wir das Leid der Tiere mindern und ihnen, wenn möglich, die Chance geben, wieder gesund zu werden. Die Pflegestation leistet also einen direkten Beitrag zum Tierschutz. Zusätzlich werden in der Vogelpflegestation des Wildparks Eekholt wichtige Daten über freilebende Wildvögel gesammelt. Es kann somit besser erforscht werden, welchen Gefahren Wildvögel ausgesetzt sind, und wie Abhilfe geschaffen werden kann. Außerdem leistet die Pflegestation des Wildparks Eekholt Aufklärungsarbeit zum Umgang mit freilebenden Wildvögeln und legt großen Wert auf Umweltbildung. Das führt dazu, dass immer mehr Menschen versuchen, im Einklang mit der Natur und ihren Bewohnern zu leben. 



Wann ist Wildvogelpflege nicht sinnvoll?

Wildvogelpflege ist nicht sinnvoll, wenn das Leid der Tiere durch Unwissenheit und mangelndes "Know how" verlängert und manchmal sogar noch vergrößert wird, wenn Wildtiere zu Unrecht aus der Natur entnommen werden (z.B. junge Eulen oder Krähen- sogenannte Ästlinge) oder wenn Wildtiere als Partnerersatz für den Menschen dienen müssen.

Was bedeutet Rehabilitation?

Ein verletzter oder kranker Wildvogel wird kurzfristig in menschliche Obhut genommen, wildtiermedizinisch behandelt, artgerecht untergebracht und versorgt, bis sein Gesundheitszustand wieder hergestellt ist, und er in die Freiheit entlassen werden kann.



Wildtierpflege gehört in die Hände von Profis

Was braucht man, um Wildvögel erfolgreich zu rehabilitieren?

  • Fundierte Sachkunde und Fachpersonal (z.B. Zootierpfleger, Wildtierärzte)
  • speziell konstruierte Unterbringungsmöglichkeiten (z.B. Rundflugvolieren)
  • gute Ausrüstung und Infrastruktur (z.B. vielseitiges Futtermittellager, Fangausrüstung, persönliche Schutzausrüstung, Transportboxen, Wärmequellen, medizinische Ausrüstung)
  • genügend finanzielle Mittel
  • gute Netzwerke und Verbindungen zu ortskundigen Vogelkundlern und Jägern

 
Wiederauswilderung ist das Ziel


Am Ende einer jeden Wildvogelrehabilitation steht die Freilassung in die Wildbahn. Dazu muss der Wildvogel zu 100% fit sein. Im Durchschnitt dauert die Rehabilitation eines Wildvogels 4-6 Wochen.

Dauerpflegefälle

Nur in wenigen Ausnahmefällen sollte ein Wildvogel, der nicht wieder in die freie Wildbahn entlassen werden kann, als Dauerpflegling weiter in menschlicher Obhut gehalten werden. Ob ein Wildvogel aus der freien Wildbahn dauerhaft in menschlicher Obhut (z.B. in einer zoologischen Einrichtung) gehalten werden kann, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Kann der Vogel mit seiner Verletzung ein artgerechtes Leben führen? Gibt es eine geeignete Unterbringung für das Tier? Fühlt sich der Vogel im Gehege wohl, oder ist er in Anwesenheit des Menschen ständig gestresst? Ein Beispiel: Ein Weißstorch ist ein Kulturfolger, dass heißt er sucht die Nähe des Menschen. Außerdem hält er sich während seiner Aktivitätsphasen überwiegend am Boden auf. Wenn sich ein Weißstorch einen Flügel gebrochen hat und nicht mehr flugfähig ist, kann er in einem Gehege trotzdem sein arteigenes Verhalten ausleben (bis auf das Fliegen). Einem solchen Vogel, kann man in menschlicher Obhut ein gutes Leben bereiten. Hätte der Storch, statt seinem Flügel ein Bein verloren, wäre ein artgerechtes Leben kaum mehr möglich. Bei einem Greifvogel verhält es sich genau anders herum, hier führt der Verlust eines Flügels i.d.R. zur Entscheidung das Tier einzuschläfern, weil kein artgerechtes Leben möglich ist. Ob ein Wildvogel aus freier Wildbahn als Dauerpflegling gehalten werden darf, ist eine Einzelfallentscheidung und bedarf in jedem Fall der Genehmigung der zuständigen Behörde.

Nicht jeder Vogel kann gerettet werden

Manche Vögel sind so schwer verletzt, dass sie nicht mehr gesund werden können. Wir können den Wildvögeln dennoch helfen, indem wir sie schnell und schmerzlos von ihren Leiden erlösen.



Der Uhu (linkes Bild) hatte sich durch eine Stacheldrahtverletzung die Flughaut verletzt. Der Adler (rechtes Bild) hatte seine Handschwinge durch die Kollision mit einer Windkraftanlage verloren. Beide Vögel hätten nie wieder fliegen können. Auch die Waldohreule (unteres Bild) hatte durch ein Anflugtrauma eine so schwere und dauerhafte Schädigung ihres Gleichgewichtsorgans erlitten, dass es Tierquälerei gewesen wäre, sie länger am Leben zu erhalten.